Lüner See

 

13.10.2012

 

Wie auch schon letztes Jahr kam uns um dieselbe Jahreszeit die Idee, endlich mal an den Lüner See zu fahren.  Als erstes mussten wir allerdings mal im I-Net nachschauen ob die Bahn überhaupt noch fährt. Letztes Jahr hatten wir es knapp verpasst und wir hatten noch in Erinnerung, dass irgendwann im Oktober Schluss ist. Nach kurzer Recherche im I-Net stellten wir fest, dass bis zum 14.10.2012 die Bahn in Betrieb ist. Das würde ja so eben noch reichen.

Was macht das Wetter? Wieder wurde das I-Net befragt. Am Lüner See ist es ja nur bei gutem Wetter schön, wenn man auch gute Sicht hat. Der Wetterbericht war nicht so eindeutig und wir beschlossen, es einfach drauf ankommen zu lassen.

So starteten wir um 09:30 Uhr bei trockenem Wetter. Es ging los Richtung Österreich. Natürlich folgte wieder der erste Stopp an der nächsten Bäckerei. Ich besorgte Frühstück und der Charlie gratulierte in der Zwischenzeit seinem Bruder zum Geburtstag. Beim Bäcker stand eine lange Schlange und ich brauchte einige Zeit bis ich mit frischen Brötchen und Brot wieder am Womo war. Der Charly telefonierte noch immer.

Endlich war das Gespräch dann beendet und es konnte losgehen.

Der Weg war ja nicht so weit und wir fuhren gemütlich erst mal über Bregenz Richtung Bludenz. Vignette hatten wir natürlich keine und so lotste das Navi uns auf mautfreien Straßen bis nach Brand.

Es dauerte auch gar nicht lange und wir hatten schon die Straße zum Lüner See erreicht. Der Charly konnte sich noch erinnern, dass man bis zu einem großen Parkplatz fahren konnte und den Rest musste man dann mit der Lüner See-Bahn zurücklegen.

Es ging auf ziemlich schmaler Straße dann auch bald bergauf. Es war wirklich zu hoffen, dass es keinen Gegenverkehr gab. Ein paar einzelne Autos kamen uns zwar entgegen, aber glücklicherweise waren auch genügend Ausweichstellen vorhanden, so dass wir gut und sicher auf dem Parkplatz ankamen.

 

Der Parkplatz war zwar schon gut besucht, aber selbst für unser Wohnmobil gab es noch genügend Platz. So parkten wir, zogen uns warm an, denn der Wind blies ziemlich kalt, und machten uns auf den Weg zur Bahn.

Die Aussicht war schon von der Bahn aus grandios. Das Wetter hielt, es war zwar windig, aber trocken.

Die Bahn machte grad Mittagspause und so gingen wir nochmals zurück zum Womo, aßen noch eine Kleinigkeit und warteten bis es 13 Uhr und die Bahn wieder in Betrieb war.

Inzwischen waren auch noch mehr Leute angekommen, ein paar davon machten sich zu Fuß auf den Weg, aber das war uns dann doch zu steil.

Wir lösten eine Rückfahrkarte und nach ein paar Minuten konnten wir auch schon in die Bahn einsteigen.

Die Fahrt nach oben war ganz lustig. Ein Ehepaar war mit einem Hund zugestiegen, der einen Maulkorb verpasst bekam. Damit war der nun gar nicht einverstanden und versuchte immer wieder, den Maulkorb loszuwerden. Nur mit gutem Zureden und mehrmaligem Anlegen akzeptierte er ihn dann.

Die Bahn fuhr aber auch nur ein paar Minuten und schon waren wir oben.

Wir hatten beschlossen den Rundweg um den See in Angriff zu nehmen. Natürlich gingen wir wieder entgegengesetzt zu den anderen Wanderern. Der Charly meinte, wir sollten zuerst den Berg hinter uns bringen und dann das einfachere Stück laufen. Sonst sind wir schon groggy vom langen Laufen und dann muss man noch über den Berg kraxeln. Also machten wir das so.

Ich weiß allerdings nicht, was besser gewesen wäre, denn der Berg war dann doch ziemlich steil. Ich gehe nach wie vor lieber abwärts als aufwärts. Aber auf diesen Schotterwegen wäre abwärts wahrscheinlich auch nicht angenehmer gewesen.

Es kamen uns dann auch viele Wanderer entgegen, aber die sahen natürlich schon nach Bergsteigern aus und hatten mit dem Schotter auch keine Mühe.

Die Aussicht von oben war aber auch zu schön, so dass wir schnell mit dem beschwerlichen Weg versöhnt waren.

Dort oben wurde es dann auch etwas kälter. Der Wind hatte noch immer nicht nachgelassen, so dass wir uns dann doch mal wärmer anziehen mussten.

Mittlerweile hatten wir aber den Berg hinter uns und es ging relativ eben weiter.

Der Weg war gut zu sehen und führte immer am See entlang. Auf den Bildern sieht das relativ flach aus, aber vom Weg zum See runter war es doch ziemlich steil, so dass man nirgends direkt an den See gelangen konnte.

Unterwegs machte Charlys Fotoapparat dann wieder schlapp. Akkus hatte er mal wieder keine dabei und so enden die Fotos vom Lüner See hier.

Auf dem flachen Stück waren dann allerdings auch keine wirklich schönen Motive mehr zu finden und so war das nicht allzu schlimm.

Nach etwas über 2 Stunden kamen wir dann auch wieder an der Bahn an und nachdem es inzwischen fast 17 Uhr war, machten wir uns gleich wieder an die Abfahrt.

Mir grauste es schon die schmale Straße wieder nach unten zu fahren. Die einzige Hoffnung war, dass um die Zeit niemand mehr nach oben fahren wird, denn um 17 Uhr fuhr ja auch die letzte Bahn. Und so war es dann auch.

Wir kamen also gut unten an, machten unterwegs noch eine kurze Rast, um den weiteren Weg zu planen. Wohin sollten wir jetzt noch fahren? So langsam mussten wir ja auch einen Übernachtungsplatz finden und so fuhren wir Richtung Deutschland.

Unterwegs hielten wir natürlich wieder in einem Dorf an, weil ich unbedingt noch Ansichtskarten brauchte. Dann ging es weiter und wir wollten unterwegs einfach entscheiden wo wir anhalten und übernachten würden.

Die Wälder hatten die tollsten Farben, es war einfach zu schön und eigentlich hätten wir dort noch bleiben sollen. Aber leider gab es mal wieder keinen Stellplatz, auf dem man auch übernachten durfte. Also ging es gleich weiter.

Irgendwo kam uns dann ein Bus entgegen und zufällig schaute ich auf den Fahrer und sah, dass der den Kopf schüttelte. Oh je, was sollte das heißen? Ich hatte die Befürchtung, dass die Straße irgendwann zu schmal für uns werden würde. Also drehten wir vorsichtshalber um. Nachdem wir dann aber ein bisschen nachgedacht hatten, kamen wir zu dem Entschluss, wenn die Straße so schmal werden würde, dann wäre das vorher irgendwo angeschrieben. Also nochmals umgedreht und mutig weiter gefahren. Die Straße war gut befahrbar, auch für uns und so beschlossen wir, dass der Busfahrer uns gar nicht gemeint hatte. Vielleicht hat er sich mit jemandem im Bus unterhalten und eben den Kopf geschüttelt.

So langsam mussten wir dann aber doch nach einem Übernachtungs-platz suchen. Auf der Strecke bei Ragall zeigte uns das Navi dann auch bald einen an. Einen Campingplatz hatten wir gefunden. Dort wollten wir mal fragen ob noch Platz. Auf unser Klingeln erschien erst mal niemand und wir machten uns schon wieder auf den Weg. Kurz bevor wir dann wieder auf die Straße fahren konnten, kam dann doch noch ein junger Mann geeilt.

Es stellte sich heraus, dass das ein Platz war, auf dem viele Wintercamper standen, die den Wohnwagen dort stehen lassen und dann nur noch mit dem Auto anreisen müssen. So konnten wir noch einen Platz bekommen, da einer der Gäste noch nicht da war und heute wohl auch nicht mehr kommen würde.

Sogar die Sonne kam dann noch ein bisschen zum Vorschein und wir setzten uns nach Draußen. Der Charly machte sich mit dem Fotoapparat auf Entdeckungstour.

Ich habe gehäkelt. Sobald aber die Sonne weg war, war es dann doch schon ganz schön frisch und wir verzogen uns zum Kochen und Essen ins Womo.

Die Nacht war dann auch sehr ruhig, wir haben gut geschlafen. Am nächsten Morgen hatten wir auch alle Zeit der Welt für’s Frühstück. Wir mussten zu keiner bestimmten Zeit vom Platz sein und so ließen wir uns jede Menge Zeit.

Irgendwann muss man dann aber Abschied nehmen und so machten wir uns wieder auf die Reise.

Über alle möglichen Wintersportorte fuhren wir dann Richtung Mellau. Dort angekommen, beschlossen wir, eine Pause und einen kleinen Spaziergang zu machen.

Allerdings war in Mellau rein gar nichts los und nach einer halben Stunde fuhren wir weiter. Über Egg fuhren wir weiter Richtung Allgäu. In Egg waren wir in unserer Jungendzeit mal gewesen. Aber es war fast nicht wieder zu erkennen. In den vielen Jahren hatte es sich natürlich sehr verändert.

So landeten wir in Fischen, wo wir auch wieder eine Pause für einen Spaziergang nutzten. Wir fanden auch einen Parkplatz, etwas außerhalb an einem kleinen Flüsschen.

Es war Sonntag und auf den Straßen waren viele Leute unterwegs. Sogar ein paar Geschäfte hatten geöffnet und so konnte ich auch wieder Karten kaufen. (J)

Unterwegs kamen wir an einem Küchenstudio vorbei. Im Schaufenster stand MEIN Küchenblock. So einen würde ich gerne haben. Leider Gott sei Dank war aber geschlossen und wir konnten ihn nicht kaufen.

Also fuhren wir weiter und ich träume noch heute davon.

Als wir durch Sonthofen fuhren war dort grad ein Familienfest und wir machten nochmals einen kurzen Stopp.

Die Sonne schien und der Himmel war blau. Eigentlich wollten wir gerne noch bleiben, aber leider war Sonntag und wir mussten nach Hause.

So starteten wir dann Richtung Gerbertshaus und waren gegen Abend wieder daheim.